Zeitraffer 1685 bis heute

1685 Simon Wallich oder Wallach erhält mit seiner Familie als erste jüdische Bewohner das Aufenthalts- und Wohnrecht in Hülchrath.

1790 Familie Abraham Joseph erhält das Wohnrecht in Hülchrath.

ca. 1800 Zieht die Familie Sassen nach Hülchrath.

1808 Im Rahmen der allgemeinen Namensänderung nehmen die Nachkommen von Simon Wallich den Namen Vasen und die Nachkommen von Abraham Joseph den Namen Wolf an.

1843 43 jüdische Mitbürger mit Staatsbürgerrecht leben in der „Bürgermeisterei Hülchrath“.

1847 Besteht in Hülchrath ein Betsaal in einem Privathaus.

ca. 1850 Vermutlich seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Hülchrath einen Begräbnisplatz. Laut Angabe in der Katasterkarte von1811 wurde der „Alte Jüdele Kirchhof“ an der Straße „Henger´m Fleckenweiher“ außerhalb des „Walles“ angelegt.

Schloss und Stadt Hülchrath, Katasterkarte von1811

1871 63 jüdische Mitbürger leben in Hülchrath.

1875 Errichtet die jüdische Gemeinde eine Synagoge.

Modell der „Hülchrather Synagoge“, mit Frauenempore

1876 Gründung der „Israelischen-Synagogen-Gemeinschaft“ in Hülchrath

1876 12. Mai, Einweihung der neu errichteten Synagoge

Einweihung der „Hülchrather Synagoge“, Neusser Zeitung vom 06. Mai 1876

1890 56 jüdische Mitbürger leben in Hülchrath.

ca. 1892 Schändung des „Alten Jüdele Kirchhof“ am Fleckenweiher. Ein Großteil der jüdischen Mitbürger zieht nach Neuss um weiteren Repressalien zu entgehen.

ca. 1900 Legt die jüdische Gemeinde im „Hülchrather Feld“ (heutige Jahnstrasse) den „Neuen jüdischen Friedhof“ an.

1907 Erste Beerdigung auf dem „Neuen jüdischen Friedhof“ (Herr Adolf Moses, gest. 06.08.1907).

1926 Feiert die „Israelische-Synagogen-Gemeinschaft“ ihr 50 jähriges Jubiläum im Festzelt in dem eine Woche vorher die „St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hülchrath 1356“ ihr 570 jähriges Jubiläum und Schützenfest feierte.

1933 Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung muss der Synagogenbetrieb eingestellt werden.

1935 16 jüdische Mitbürger leben in Hülchrath.

1938 Infolge der nationalsozialistischen Untriebe letzte Beerdigung auf dem „Neuen jüdischen Friedhof“
(Frau Josef Baum geb. Johanna Marx, gest. 29.01.1938).

Heute gibt es fünfzehn in einer Reihe stehende Grabsteine.

1938 Verkauf der Synagoge an einen Hülchrather Geschäftsmann auf Druck der Nationalsozialisten, Nutzung als Schlachthaus und Wurstküche.
Bereits Wochen vor dem Verkauf wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch Schüler der auf Schloss Hülchrath ansässigen „Rheinischen NS-Bauernschule“ zerstört.

1938 Ausgehend von der Forderung des Leiters der seit November 1937 unter Leitung von Dr. Maurer eröffneten „Rheinischen NS-Bauernschule“ ziehen bis zur „Sommersonnenwendfeier“ im Mai 1938, fast alle jüdischen Mitbürger nach Neuss, Wickrath, Düsseldorf und Köln in dem Glauben dort sicherer vor den nationalsozialistischen Untrieben zu sein.

1938 In der „Reichskritallnacht“ (09. November) werden die jüdischen Eheleute Jakob und Fanny Vasen Infolge der nationalsozialistischen Untriebe gedemütigt und gefoltert.

Am nächsten Tag ziehen die Eheleute Jakob und Fanny Vasen nach Wickrath zu ihrem Sohn Ernst.

1942 Die letzten drei Familien aus Hülchrath werden in das KZ-Theresienstadt deportiert.

1943 Untergang des Grundstückes des „Alten jüdischen Friedhof“.
Grabsteinfragmente vom „Alten Jüdele Kirchhof“ sollen im Laufe der Zeit auf Schloss Hülchrath gelangt und dort vergraben sein.

ca. 1950 Errichtung eines Gedenksteins auf dem „Neuen jüdischen
Friedhof“ durch die Zivilgemeinde Hülchrath.

Gedenkstein „Neuer jüdischer Friedhof“, Jahnstraße

1991 Hinweis der katholischen Kirchengemeinde „St. Sebastianus“ Hülchrath an die Stadt Grevenbroich das Gebäude der „Ehemaligen Synagoge“ zur Herrichtung als jüdische Gedenkstätte zu nutzen.

„Hülchrather Synagoge“, Nutzung als Schlachthaus,
Broichstraße (ca. 1992)

1994 Nach Zustimmung des Kulturausschusses sowie der „Aktionsge-meinschaft Synagoge“ Erwerb des Gebäudes durch die Stadt Grevenbroich, Sanierung und Restaurierung in Abstimmung mit den Denkmalbehörden.
1998 9. November, Einweihung als Kultur- und Begegnungsstätte in Anwesenheit des damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau.
Heute wird die Kultur- und Begegnungsstätte „Ehemalige Synagoge“ genutzt für Konzerte, Ausstellungen, Diskussionen und Vorträge“.

Sanierte „Hülchrather Synagoge“, außen

Sanierte „Hülchrather Synagoge“, innen

2004 Juli, Montage eines Erläuterungsschildes für „Historische Bauwerke“ an der „Ehemaligen Synagoge“.

 

2008 Errichtung einer Erinnerungsstele im Bereich des „Alten Jüdischen Friedhof“ am Fleckenweiher durch die „Dorf-Gemeinschaft-Hülchrath“.

Stele „Alter jüdischer Friedhof“, Fleckenweiher

2008 Errichtung einer Erinnerungsstele auf dem „Jüdischen Friedhof“ an der Jahnstraße durch die „Dorf-Gemeinschaft-Hülchrath“.

Stele „Jüdischer Friedhof“, Jahnstraße

2011 Entdeckung von drei Grabsteinfragmenten vom „Alten jüdischen Friedhof“ am Fleckenweiher auf Schloss Hülchrath.

Grabstein von 1882
Frau Frederika Hirsch geb. Zondervan
wohnhaft Hülchrath Haus-Nr.: 44 / heute Herzogstr. 15

Grabstein von 1884
Frau Sibilla Hirsch geb. Jonas
wohnhaft Hülchrath Haus-Nr.: 44 / heute Herzogstr. 15

Abschlussstein eines Grabsteines vom „Alten jüdischen Friedhof“

2013 15. November, zum 75. Jahrestag des Pogroms in der Nacht des 9. November 1938, Gedenkveranstaltung:
„Fragmente jüdischer Grabsteine / Das Jahr 1938 in Hülchrath“
Geschichtsverein Grevenbroich und Dorf-Gemeinschaft-Hülchrath in der „Ehemalige Synagoge“ Hülchrath

2015 15. Dezember, 1. Verlegung von „Hülchrather Stolpersteinen“
für:

Familie Siegfried Wolf,
Hülchrath Haus-Nr.: 45 / heute Herzogstr. 17

2017 02. Februar, 2. Verlegung von „Hülchrather Stolpersteinen“
für:

Eheleute Benjamin Vasen,
Hülchrath Haus-Nr.: 30 / heute Herzogstr. 3

für:

Eheleute Jakob Vasen,
Hülchrath Haus-Nr.: 43 / heute Herzogstr. 13

für :

Familie Ernst Vasen,
Hülchrath Haus-Nr.: 43 / heute Herzogstr. 13

2017 Montage eines weiteren Erläuterungsschildes an der Stele auf dem „Neuen jüdischen Friedhof“, Jahnstraße

Stele „Jüdischer Friedhof“, Jahnstraße (11/2017)

2018 24. Mai, 3. Verlegung von „Hülchrather Stolpersteinen“

für :

Geschwister Jenny und Elli Hirsch,
Hülchrath Haus-Nr.: 47 / heute Herzogstr. 21

Quellen:

- Juden in Hülchrath
Verfasser: Hubert Cames

Festschrift
250 Jahre St. Sebastianus Kapelle
75 Jahre St. Sebastianus Kirche
20 Jahre Hülchrather Kinderchor
Geschichtliches und Geschichten rund um den Kirchturm von Hülchrath
Herausgeber: Pfarrgemeinde Hülchrath

- Projektarbeit
- Dorf-Gemeinschaft-Hülchrath

Dorf-Gemeinschaft-Hülchrath“ / August 2018

Forum

Infrastruktur in Hülchrath

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